Wolfgang Leppmann wurde am 9. Juli 1922 als Sohn von Franz Leppmann und Ida Orloff in Berlin geboren. Sein Vater war Leiter des Propyläen Verlags und schrieb 1916 eine erste Biographie über Thomas Mann. In die erst 16-jährige Schauspielerin Ida Orloff verliebte sich Gerhart Hauptmann und schrieb für sie die Hauptrolle in Und Pippi tanzt. Wolfgang Leppmann wuchs bis zu seinem 11. Lebensjahr in Berlin auf. Als sein Vater, von jüdischer Abstammung, 1933 seine Arbeit verlor, schickten seine Eltern ihn in ein Landschulheim nach Florenz, wohin sie nach kurzer Zeit folgten. Als 1938 die Verfolgung der Juden auch in Italien begann, floh die Familie weiter nach London. Nach Kriegsende begann Wolfgang Leppmann ein Studium der Germanistik in Montreal, promovierte in Princeton und bekleidete Professuren an namhaften amerikanischen und kanadischen Universitäten. Als Professor an der University of Oregon, wo er das German Department aufgebaut und als Chairman leitete, veröffentlichte er 1962 sein erstes Buch The German Image of Goethe, die erste Wirkungsgeschichte Goethes, das er dann selbst ins Deutsche übersetzte unter dem Titel Goethe und die Deutschen. Es folgten ein Buch über Pompeji: Eine Stadt in Literatur und Leben, eine Biographie über Johann Joachim Winkelmann und 1981 sein bekanntestes Werk Rilke. Leben und Werk, das elf Auflagen erreichte und in sechs Sprachen übersetzt wurde. 1986 verfasste Leppmann eine Gerhart Hauptmann Biographie. Die Jahre nach seiner Emeritierung verbrachte er hauptsächlich in Berlin und München und wandte sich in seinem letzten Buch Die Roaring Twenties. Amerikas wilde Jahre 1989 wieder Amerika zu. Mit vielen Buchrezensionen und größeren Artikeln war er freier Mitarbeiter der ZEIT und der FAZ. Wolfgang Leppmann starb am 3. Dezember 2002 in Bergen auf Rügen.