Durch „ein einzigartiges Dokument der Geschichtswissenschaft“ (Die Weltwoche, Zürich) erlangte der Verwaltungsjurist Henry Picker, Jahrgang 1912, Bekanntheit: durch die Aufzeichnungen von Hitlers Tischgesprächen im Führerhauptquartier „Wolfsschanze“.
Nach dem Abitur studierte Henry Picker Rechtswissenschaften und promovierte 1935 zum Dr. jur. 1942 wurde er zur Marine eingezogen, erfuhr aber am Münchner Hauptbahnhof per Bahnhofslautsprecher, dass er als Oberregierungsrat ins Führerhauptquartier in der Wolfsschanze abkommandiert sei. Henry Picker wurde nach Winiza (Ukraine) verlegt und kehrte schließlich in den Außendienst der inneren Verwaltung nach Norden/Ostfriesland als Landrat zurück. Bis April 1943 blieb er dem Führerhauptquartier zur besonderen Verwendung attachiert. Ab Mai 1943 war Henry Picker Marine-Artillerist am Atlantikwall in Den Helder. Am 8. Mai 1945 kam er in Kriegsgefangenschaft nach Aurich, von dort ins Internierungslager nach Esterwegen bei Südoldenburg im Moor und schließlich nach Fallingbostel bei Celle. Aus der Internierung wurde er im Mai 1947 entlassen. In der Nachkriegszeit vertrat Henry Picker das Notstandsgebiet Wilhelmshaven beim Bund in Frankfurt am Main und in Bonn und war darüberhinaus als Schriftsteller tätig.